Reisebericht Schottland 2010

Dieses Mal waren wir mit 2 Autos in Great Britain unterwegs, weil wir in Schottland mit Tillerman´s Cat aufgetreten sind und weil der große Sohn von meinem Mädel auch mit war. Was allerdings die Reise nicht minder lustig machte.

Wir fuhren am 18.07 zunächst bis Aachen, weil bei meinem Bruder ein ausgeprägtes Familientreffen stattfand. Das war wirklich enorm lustig, die Verwandten auf einem Haufen zu haben, die man zum Teil schon jahrelang nicht mehr gesehen hatte. Neben köstlichem Gegrillten gab es auch sensationelle Salate und Nachtisch. Seeeeeeeeeeeeeeeeeeehr lecker !!!

Mit dem Entschluss, das nächstes Jahr wieder zu machen, hauen wir uns auf´s Ohr, um am 19.07. nach einem ausgiebigen Frühstück weiter Richtung Fähre Dünkirchen-Dover weiter zu tuckern. Unterwegs machen wir irgendwo in Belgien kurz Tankrast bei strahlend schönem Wetter.

Irgendwie sieht Kenny auf dem Bild etwas verstrahlt aus, oder??????

Am frühen Nachmittag erreichen wir den Fährhafen in Dünkirchen, müssen allerdings noch etwa 1 Stunde auf die Fähre warten. Sonderlich spektakulär ist dieser Hafen übrigens nicht, die Sauberkeit der Toiletten lässt, wie erwartet, deutlich zu wünschen übrig, aber wir wollen hier ja auch nicht wohnen bleiben...

Für einige Herren begann der Urlaub wohl schon auf der Fähre, obwohl der Wind recht frisch wehte...

Der obligatorische Blick über das Heck zurück zur französischen Küste durfte natürlich nicht fehlen...

ebenso wenig wie der Blick nach vorne auf das Ziel der Reise

Dieser nette Dampfer ist uns übrigens ein paar Tage später in Schottland nochmals begegnet.

Trotz recht starkem Wind war die Überfahrt sehr ruhig. Zwischendurch haben wir auf der Fähre von Norfolkline etwas gegessen. Kann man machen, muss man aber nicht, weil es wirklich nicht doll ist. Halt Kantinenessen.

Wir hoffen, in Sawston in dem Pub, in dem ich schon 2 mal war, übernachten zu können, leider ist "The Kings Head" ausgebucht und wir fahren weiter Richtung Cambridge, um dort ein B&B zu finden. Das misslingt allerdings, weil wohl irgendeine Großveranstaltung in der Stadt fast alle B&B blockiert. Wir finden eines, wo wir theoretisch unterkommen könnten, allerdings ist der Preis so unverschämt hoch, dass wir ablehnen und weiterfahren. Irgendwo nördlich von Cambridge an der Autobahn finden wir ein Motel, das sauber und deutlich preiswerter ist. Übrigens schlägt einem in England in den Rasthöfen eine ähnliche Herzenswärme entgegen wie leider mittlerweile auf den meisten deutschen Rasthöfen. Das sind schlichtweg Abfressbuden und keine Restaurants mehr. Macht aber nix, wir sind lange genug gefahren, gönnen uns ein "Abendessen" im Rasthof und legen uns nach langer Fahrt schlafen.

 

Tag 3: Gretna Green, Drumlanrig Castle und Moffat

Wir fahren am 3. Tag bei zwar bedecktem, aber zumindest nicht regnerischem Wetter weiter Richtung Norden. Da wir über Carlisle fahren, kommen wir natürlich auch an Gretna Green vorbei und machen hier Halt, um auch etwas zu essen. Bekanntlich war es in diesem Ort bis vor nicht allzu langer Zeit möglich, sich vom Schmied, der gleichzeitig Friedensrichter dieses ausgesprochen übersichtlichen Ortes war, trauen zu lassen, auch wenn man noch nicht volljährig war. Dies war in England wohl nicht möglich, weshalb sehr junge Paare aus dem Großraum Carlisle immer über die Grenze nach Schottland gehuscht sind, um sich dort trauen zu lassen. Viel zu sehen gibt es in Gretna Green eigentlich nicht, obwohl das hier ein hübscher Platz ist, aber zu meiner vollständigen Überraschung gibt es hier einen Gift-Shop neben dem anderen. Wer hätte das gedacht???? Übrigens scheint es immer noch zum guten Ton zu gehören, dass zumindest die Hochzeitsfotos von Leuten aus der Gegend in Gretna Green gemacht werden. Zumindest haben wir dort reichlich Brautpaare gesehen. Und (--- wer hätte das wiederum gedacht???) einen Bagpipe-Spieler, der allerdings lieber telefonierte....

  

  

  

 

                                                                                                   und am Himmel die schottische Fahne...

 

Nachdem wir also diese kulturelle Hochburg hinlänglich besichtigt haben, zieht es uns weiter Richtung Norden. Wir wollen heute auf dem Campingplatz in Moffat übernachten, allerdings bietet sich unterwegs ein Besuch bei Drumlanrig Castle an, weil das (fast) auf dem Weg liegt.

Leider ist das Castle bei unsere Ankunft bereits geschlossen, aber wir können zumindest noch die Außenanlagen besuchen, was sich übrigens unbedingt lohnt. Wie man auf den Bildern allerdings auch recht gut erkennen kann, machte sich in der Gegend allmählich allerfeinstes schottisches Campingwetter breit. Nun ja, wir sind in Schottland...

  

 

 

 

Nach knapp einer halben Stunde Fahrt erreichen wir Moffat, wo wir den kleinen, aber wirklich feinen und sehr sauberen Campingplatz aufsuchen (Auf ausländischen Campingplätzen liegen die Waschräume separat!! Kleiner interner Scherz...)

 

Ganz in der Nähe ist übrigens ein recht gut sortierter Supermarkt, wo wir uns dann erst mal mit Speis und Trank eingedeckt haben. Übrigens gibt es die viel gefürchteten Midges in Moffat sowie überall in Schottland zumindest bei Regen nicht. Hat also auch was für sich, das Wetter!!!

Eine solche Fleischdose kann recht einfach aufgehen, muss sie aber nicht....

So etwa ab der 5. Dose schmeckt dann auch das Tennent Bier so einigermaßen (vermutlich, weil es einem dann wurscht ist), bis dahin ist es - zumindest aus der Dose - eine rechte Plürre.

  

Wir haben dann  im Zelt  (weil es ja draußen geregnet hat) noch etwas geprobt für den Auftritt am nächsten Abend (?), und die Bewohner der umliegenden Zelte haben artig Applaus gespendet. Na also!

 

Tag 4 und 5: Braemar

Nach einem kurzen Zwischenstop in Glasgow, wo wir a) etwas frühstücken

 

und b) Alex mal das Stadion der Celtics sehen möchte, fahren wir nach Braemar, immer schwer in der Annahme, dort am Abend aufzutreten. Es stellt sich dann allerdings bei einem Telefonat mit Bob, der uns den Kontakt vermittelt hat, heraus, dass der Auftritt am darauffolgenden Tag sein wird. Macht nichts, wir sind in den Highlands und damit ist es gut.

Erfreulicherweise können wir in dem für uns vorgesehenen B&B auch heute schon einziehen und danach haben wir Zeit, uns ein wenig Braemar anzusehen. Braemar ist übrigens auch im Winter eine Touristenattraktion, weil man in dieser Gegend wohl auch Ski fahren kann.

 

Unser Plakat hing hier wirklich ü-ber-all!!!!

 

In diesem Hotel ist ein sehr netter Pub untergebracht, in welchem Kenny wohl auch mal die Toilette und die dort hängenden Automaten besichtigt und getestet hat.....

Abends war dann in der Town Hall Volkstanz mit Dudelsackmusik, also nix wie hin!

 

Unsere Gastgeber, die Wirtsleute unseres B&B und wir:

 

Und man wird es nicht für menschenmöglich halten, aber auch Braemar hat ein Castle! Aus der Jacobiterzeit und nicht sonderlich spektakulär, aber immerhin ein Castle...

Wir sind dann noch ein paar Kilometer weiter nach Balater und nach Balmoral gefahren, um mal zu gucken, wie denn die Queen so wohnt, wenn sie in der Gegend wohnt. Jou, ganz nett. Es ist natürlich nicht der Buckingham-Palace, aber immerhin. Bei Balmoral Castle handelt es sich um eine mit rund 240 km² hoffentlich ausreichend große Anlage mit Gärten, Ortschaften und Jagdgebiet

An diesem Teich hat wohl Prince Charles selber mitgewirkt. Also jetzt nicht mit Spaten oder so, aber er hat wohl mal geguckt, wie der Teich werden soll. Na immerhin!

Eigentlich wollten wir die königliche Destillerie Lochnagar besuchen. Die wollten da allerdings 5 Pfund Eintritt pro Nase, und da haben wir uns den Besuch verkniffen und sind weiter nach Balater gefahren.

In Balater kam Queen Victoria mit dem Zug an und wurde von dort aus mit der Kutsche nach Balmoral Castle gebracht. Den Bahnhof und den historischen Reisewagen gibt es noch dort.

 

 

 

Übrigens ist jeder 2. Laden in Balater auch Hoflieferant und darauf ausgesprochen stolz. Aufwendige Schilder an der Fassade tun dies dem interessierten Betrachter kund. Übrigens mag die königliche Familie in dieser Gegend sehr, weil damit Arbeitsplätze geschaffen wurden und das Balmoral Castle auch einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Region darstellt.

Die Townhall in Braemar von außen...

beim Soundcheck...

 

und schon leicht gefüllt vor dem Auftritt.

Tag 6 Kildrummy, Dufftown und Inverurie

Wir machen uns nach einem prächtigen schottischen Frühstück auf die Reise Richtung Inverurie, wo abends im "Black Bull Inn" der nächste Auftritt stattfinden soll. Inverurie ist eigentlich auf dem direkten Weg recht schnell zu erreichen, allerdings ist diese Strecke relativ unspektakulär. Also beschließen wir, ein paar Meilen hinter Ballater Richtung Norden abzubiegen. Wir besuchen "the noblest of the Northern Castles", Kildrummy Castle. Leider stehen hier nur noch ein paar Ruinenreste herum, die aber ahnen lassen, dass dieses Castle wirklich mal ein ziemlich mächtiges Gebäude gewesen sein muß. Und natürlich ist von hier aus die Aussicht genial, was den Eintrittspreis dann wieder so einigermaßen rechtfertigt. Zu den Eintrittspreisen ist generell zu sagen, dass sie zum Teil kräftig überzogen sind. Es gibt allerdings auch Paketpreise, welche Castle-Besuche etwas erschwinglicher machen.

 

Wie schon beschrieben sollte selbst der Besuch der Destille Lochnagar 5 Pfund Eintritt kosten, weshalb wir dort auf eine Besichtigung verzichteten. und obwohl es eigentlich ein mächtiger Umweg ist, fahren wir trotzdem weiter nach Dufftown, wo sich die Mutter aller Destillerien befindet: Glenfiddich. Wir stellen angenehm überrascht fest, dass die Führung nichts kostet und die sich anschließende Verkostung ebenfalls. Also lassen wir uns in aller Ruhe das Werk zeigen und kaufen danach natürlich im Destillery-Shop den guten 15-jährigen. So, meine Herrschaften in Lochnagar, funktioniert das!

  

 

 

 

  

Hier werden die richtig leckeren Tröpchen gelagert. Leider darf man innen nicht fotografieren. Am Ausgang des Lagers sitzen übrigens zwei Bronze-Engel, die ihre Flügel abgelegt haben: "Don´t drink and fly!"

 

Soweit das Auge reicht, gehört das Land der Glenfiddich-Destillery. Um gleichbleibende Qualität des Wassers zu gewährleisten, hat die Familie Grant 80 ha rund um die Destillery aufgekauft.

Wir erreichen nach einer knappen Stunde Inverurie und parken, weil viel zu früh, erstmal vor dem Black Bull Inn. Ein Spaziergang in die "Stadt" zeigt, dass Inverurie (ACHTUNG Running gag!!!" weder ein Castle, noch ein Loch noch Giftshops hat. Das verwundert uns dann schon ein wenig. Übrigens gestaltet sich die Suche nach einem stinknormalen Restaurant, in dem man zu Abend essen könnte, ebenfalls fast als unlösbares Problem.

 

 

Jou, Kenny hat sich das auf dem kuscheligen Teppichboden ein bißchen gemütlich gemacht und spielt den Abend auf Socken....

Das "Black Bull Inn" hat übrigens ein fabelhaftes B&B mit komplett neu renovierten Zimmern und einem wirklich leckeren Frühstück!

 

Tag 7 Aberdeen, Dunnottar Castle, Arbroath, Perth

Wir fahren nach Aberdeen, wo Alex das Stadion sehen und eventuell ein Trikot erwerben möchte. Leider sind Stadion und Fan-Shop verschlossen, was natürlich sehr ärgerlich ist, zumal es auch in einschlägigen Sportgeschäften in der Stadt keine Trikots zu kaufen gibt (zumindest keine von Aberdeen). Aberdeen ist eine recht schöne Stadt mit alter Bausubstanz. Allerdings verleihen die allgegenwärtigen grauen Steine, die bei Sonnenwetter die Stadt regelrecht glitzern lassen, bei schlechtem Wetter einen entsprechend düsteren Charakter.

 

  

Müßig zu erwähnen, dass auch diese Kirche einer eher unchristlichen Nutzung zugeführt wurde. Hier befindet sich eine Diskothek.

Wir fahren weiter nach Stonehaven, wo sich Dunnottar-Castle befindet. Und dieses Castle ist nun wirklich schon wegen seiner Lage beeindruckend!

 

Nachdem wir eine ganze Weile am Castle verbracht haben, geht es weiter nach Arbroath, wo wir unbedingt die Abbey besuchen wollen. Auf der 1. TC-CD ist ein Song über die schottische Unabhängigkeitserklärung, die von Bernard deLinton in eben jener Abbey verfasst wurde. Diese Abbey ist allerdings nur noch ein Trümmerhaufen (der natürlich wieder Eintritt kosten soll...)

 

 

In Perth finden wir dank Navi recht schnell den Pub Greyfriars, wo mein Freund Neil uns freundlicherweise einen Gig besorgt hat. Wir sollen dort für den Hut spielen. Der Pub erweist sich als winzigkleine Pinte, die sich aber recht rasch mit bedenklich vielen Menschen füllt. Und die Stimmung ist einfach grandios, die Leute tanzen regelrecht auf den Tischen.

  

 

 

 

 

 

Tag 8 Falls of Dochart, Killin

Wir sollen am Sonntag nachmittags im Coach House in Killin auftreten. Unterwegs machen wir halt an Loch Earn und dort werden erstmal Entenfamilien gefüttert.

  

Ich war bereits 2 mal an den Falls of Dochart und baue daher mit Kenny direkt die Anlage auf. Im Coach House treffen wir auch Rolf Campbell, seine Familie und einige seiner und mittlerweile auch unserer schottischen Freunde, die einige Meilen angereist sind, um uns zu hören.

Rechts im Bild Rod (Achtung! Kalauer: Damals hatte er seinen Hintern noch...)

.... wird fortgesetzt!!!